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Zum 72. Todestag von Stefan Zweig

Stefan Zweig – Schriftsteller, Pazifist, Kosmopolit, Vertriebener

Weltbestseller wie „Die Schachnovelle“ (1942) oder „Ungeduld des Herzens“ (1939) entstammen seiner Feder. Heute vor 72 Jahren wurde der österreichische Dichter tot in seinem Haus in Petrópolis (Brasilien) aufgefunden. Seinen Tod hatte Zweig, der das Leben im Exil und sein, durch den zweiten Weltkrieg, zerrüttetes Weltbild nicht mehr ertragen wollte, durch eine Überdosis des Schlafmittels Veronal selbst herbeigeführt.
In seinem Abschiedsbrief schreibt er:
„Aber nach dem sechzigsten Jahre bedürfte es besonderer Kräfte um noch einmal völlig neu zu beginnen. Und die meinen sind durch die [Streichung] langen Jahre heimatlosen Wanderns erschöpft. So halte ich es für besser, rechtzeitig und in aufrechter Haltung ein Leben abzuschliessen, dem geistige Arbeit immer die lauterste Freude und persönliche Freiheit das höchste Gut dieser Erde gewesen.“

Durch seine jüdische Abstammung, die für ihn selbst als Nichtgläubiger nie von Bedeutung gewesen war, sieht Zweig sich 1938 gezwungen aus Angst vor den Nazis seine Heimat Österreich zu verlassen. Dass bei einer Bücherverbrennung in Salzburg auch seine Werke den Flammen zum Opfer fallen, trifft den Schriftsteller sehr. Er kann und will nicht begreifen, warum er, der sich selbst nie als Jude gefühlt hat, nun wegen deswegen zum Verfolgten wird.

(Bild: CC BY 4.0: Stefan and Lotte Zweig von University of Salford Press Office)