Lass mal reden über … Immobiliensuche in der Großstadt

Wer in der Großstadt lebt und auf der Suche nach einer Immobilie ist – egal ob zum Kauf oder zur Miete – braucht viel Geduld, starke Nerven und eine ganze Menge Humor. Nach rund anderthalb Jahren erfolgloser Suche wurde es dem weltbesten Mann zu blöd. Er hat darufhin ein Programm geschrieben, dass uns bei der Immobiliensuche unterstützen sollte: Fredy – [F]ind [R]eal [E]states [D]amn Eas[y]. Das Programm durchsucht in ein variabel einstellbaren Zeitintervall die gängigen Immobilienportale anhand individueller Kriterien und schickt einem passende Treffer automatisch zu.

Aber von vorne: Vor rund zwei Jahren haben der weltbeste Mann und ich angefangen in Düsseldorf  nach einer bezahlbaren Immobilie zu suchen. Wir wohnten zu diesem Zeitpunkt an einer der am stärksten befahrenen Kreuzungen in Düsseldorf und hatten schlicht die Schnauze voll von Abgasen und Straßenlärm. Unsere Suchkriterien waren: 90 bis 130 qm Wohnfläche,  mindestens 3,5 Zimmer und eine ruhige aber dennoch zentrale Lage. Eben genau das, was ALLE wollen.
Und genau da liegt natürlich das Problem. Die große Nachfrage treibt, besonders in den Großstädten, die Preise nach oben. Die Makler reiben sich die Hände und bei den einschlägigen Immobilienportalen klingeln ebenfalls ganz ordentlich die Kassen. Und seitens der Politik gibt es auch keine ernsthaften Versuche den explodieren Immobilienpreisen einen Riegel vorzuschieben. Warum auch? Schließlich kassiert das jeweilige Bundesland über die Grunderwerbssteuer ordentlich mit.

Kurz kam uns der Gedanke ins Umland zu ziehen und tatsächlich haben wir uns dort auch ein paar Häuser angesehen. Aber eigentlich wollten wir nie wirklich aus Düsseldorf weg. Uns blieb also nichts anderes übrig, als das Spiel mitzuspielen und mehrmals täglich zig Immobilienportale nach passenden Angeboten zu durchsuchen. Das Ergebnis war deprimierend. Die wirklichen Perlen schaffen es in den meisten Fällen erst gar nicht auf eines der Portale, sondern gehen unter der Hand weg. Stattdessen findet man auf Immoscout und Co. immer die gleichen runtergerockten Wohnungen, die einem dann als „Liebhaberobjekt“ oder „Wohntraum für Individualisten“ angepriesen werden und bei denen man nach einer Besichtigung das starke Bedürfnis verspürt zu duschen.

Anfangs haben wir uns noch eingeredet, dass es Zeit braucht um das Richtige zu finden, aber spätestes nach anderthalb Jahren erfolgloser Suche waren wir beide richtig frustriert. Anstatt unsere freien Abende mit unseren Freunden oder schönen gemeinsamen Aktivitäten zu verbringen, saßen wir oft nebeneinander auf dem Sofa und klickten uns durch Immobilienanzeigen.

„Ist dir eigentlich klar, was wir hier gerade tun”, reißt mich der weltbeste Mann an einem dieser besagten Abende aus meiner lethargischen Suchroutine. Ich schaue ihn verständnislos an. „Wir verschwenden unsere Zeit damit, uns immer wieder die selben scheiß Wohnungen anzugucken und uns zu fragen, was wir bei unserer Suche falsch machen.“ Ich nicke nur frustriert.

„Ganz ehrlich, ich habe keinen Bock mehr auf die Scheiße,” redet er sich in Rage. „Das muss doch irgendwie einfacher gehen!” „Ich wüsste nicht wie,” antworte ich und scrolle weiter durch die mir schon bekannten Immobilienangebote. Mein Mann tippt plötzlich wie wild in die Tasten seines MacBooks. „Das muss sich doch irgendwie automatisierten lassen”, murmelt er vor sich hin, „wofür bin ich schließlich Softwareentwickler.”

❤ Fredy – [F]ind [R]eal [E]states [D]amn Eas[y]

Zwei Tage später präsentiert der weltbeste Man mir Fredy – ein Programm, das in der Lage ist, die gängigen Immobilienportale anhand unserer Kriterien nach passenden Objekten zu durchsuchen und uns die passenden Treffer per Slack zuzuschicken. In den kommenden Wochen schickt Fredy uns zuverlässig passende Angebote zu. Hier wird mir zu ersten Mal klar, wie wenig passende Angebote es tatsächlich gibt. Wenn es hoch kommt sind es vielleicht drei bis vier Treffer in der Woche. Und dafür haben wir uns monatelang die Mühe gemacht uns täglich durch zig verschiedene Portale zu klicken?!

An einem Freitagnachmittag im Februar, schickt Fredy uns einen vielversprechend klingenden Treffer:

Noch am selben Tag vereinbarten einen Besichtigungstermin für die kommende Woche. Fünf Tage später ist es dann so weit. Wir betreten gemeinsam mit dem Makler zum ersten Mal die Wohnung und uns ist beidem sofort klar: Wir haben unser perfekte zu Hause gefunden.

 

❤ Letzte Woche haben wir den Kaufvertrag für unsere neue Wohnung unterschrieben.

Der weltbeste Mann hat Fredy übrigens Open Source gestellt.
https://github.com/orangecoding/fredy

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